Inter- und Transkultur

Ein modernes Verständnis von Kultur geht davon aus, dass eine Gesellschaft nicht auf starren und homogenen kulturellen Identitäten und Praktiken beruht. Vielmehr werden sie durch einen sich ständig wandelnden Austauschprozess geprägt, der durch Vermischungen und Überlagerungen gekennzeichnet ist. Das Land Salzburg bekennt sich dazu, diesem kulturellen Austauschprozess offen gegenüberzustehen und ihn bestmöglich zu unterstützen. Damit werden Konzepte von Inter- und Transkulturalität verfolgt, bei denen sich Menschen mit unterschiedlichen Migrationshintergründen auf Augenhöhe begegnen, alle Seiten an der Gestaltung eines gesellschaftlichen Miteinanders mitwirken und eine „Kultur des Dazwischen“ sowie kulturübergreifende Ansätze gefördert werden. Ethnische und kulturelle Vielfalt werden als Selbstverständlichkeit wahrgenommen und als Chance für die kulturelle Zukunft des Landes Salzburgs gesehen. Dazu gehört auch, dass die Kulturarbeit im Land Salzburg dazu beiträgt, bestehende Vorurteile abzubauen, Ausschlusspraxen kritisch zu hinterfragen und rassistischen und diskriminierenden Tendenzen offensiv entgegenzutreten.

Das Land Salzburg setzt sich in diesem Zusammenhang das Ziel, inter- und transkulturelle Dialoge und Begegnungen von Menschen mit Migrationsgeschichten aus allen Altersgruppen zu fördern. Dies beinhaltet die verstärkte Unterstützung von Initiativen und Projekten, die sich hier – vor allem in den Regionen – um eine Sichtbarmachung und Sensibilisierung bemühen und inter- und transkulturelle Ansätze verfolgen, die emanzipatorische Strategien mit sich bringen. Von erhöhtem Interesse sind außerdem Aktivitäten, die an einer inter- und transkulturellen Öffnung von folkloristisch ausgerichteten und bisher in sich geschlossenen Strukturen arbeiten – unabhängig von der jeweiligen kulturellen Tradition und Herkunft.

Gefragt sind mehr niederschwellige, kleinräumige, partizipative und vernetzende Formate, die schwerpunktmäßig auf inter- und transkulturelle Bildung und Kommunikation setzen und selbstorganisierte migrantische Initiativen, Kunst- und Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler, Kulturarbeiterinnen und Kulturarbeiter und Bildungseinrichtungen genauso miteinbeziehen wie die Bevölkerung vor Ort. Besonders förderungswürdig sind derartige Formate, wenn die lokalen Gegebenheiten in den jeweiligen Gemeinden oder Stadtteilen und die dort lebenden Communities im Fokus stehen und von ihnen ausgehend langfristige und nachhaltige Kooperationen entstehen. 

Im Kapitel „Inter- und Transkultur“ sollen folgende prioritäre Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Entwicklung von übergreifenden Förderansätzen für inter- und transkulturelle Projekte, die auf Nachhaltigkeit und Partizipation setzen (beispielhaft Projekte des Museum Fronfeste in Neumarkt am Wallersee, Ankommenstour Querbeet oder Tanz der Kulturen).
  • Ausbau von bestehenden Plattformen wie der Integrationsplattform Salzburg und Bildung von neuen Initiativen für inter- und transkulturelle Begegnungen, insbesondere im Bereich der Volkskulturen (beispielhaft Feste und Kulturenstammtische der Volkskulturen in Salzburg, Grödig oder Saalfelden oder interkulturelle Frühstücke verschiedener Initiativen in Stadt und Land Salzburg).
  • Ausbau von inter- und transkulturellen Ausstellungen, Diskussions- und Vortragsreihen sowie Kunst- und Literaturvermittlungsprogrammen in den Museen, Archiven und Bibliotheken in Stadt und Land Salzburg (beispielhaft „Aktionsraum Museum“ im Museum der Moderne Salzburg, Ausstellung „200 x 200“ im Museum Schloss Ritzen in Saalfelden im Rahmen des Jubiläumsjahres Salzburg 20.16 oder Advent der Kulturen mit Waggerl-Haus Wagrain).
  • Verstärkte Nutzung der bestehenden Strukturen schulischer und außerschulischer Einrichtungen (Musikum, Jugendorganisationen und Jugendzentren) für eine weitere inter- und transkulturelle Öffnung (z. B. Entwicklung von niederschwelligen pädagogischen Konzepten und verstärkte Zusammenarbeit mit inter- und transkulturellen Einrichtungen und Initiativen).

3 Gedanken zu „Inter- und Transkultur

  1. Ich ersuche auch die Gruppe der aslysuchenden jungen Menschen zu berücksichtigen, sei es als unbegleitete mj. Flüchtlinge oder im Familienverband lebend. Durch die beschränkten Mittel der Grundversorgung, sind sie von vielen künstlerischen/kulturellen Aktivitäten ausgeschlossen (Kursgebühren, Mobilität…).

  2. Kapitel „Inter- und Transkultur“ :
    Gerade Gestern am 6.11.2017 veranstaltete ich den 41. Kulturen.Stammtisch im Augustiner Bräu, gut über 100 Personen konnten sich überzeugen wie ich meine Ideen für Integration mit den Salzburger Traditionsvereinen der Volkskultur umsetze. Der Verein „Philippinische Federration in Salzburg“ stellte sich eindrucksvoll vor mit ihrer Obfrau Elsa Lux, die Erklärung vom fernen Land Philippinien gab eindrucksvolle Bilder mit Tänzen und Liedern preis.
    Am Sonntag, 17. Dezember gibt der Gauverband der Stadt Salzburg mit dem Gauverbandschor und dem Philippinischen Verein ein gemeinsames Adventkonzert in der Pfarrkirche von Lehen. Ich finde das dies gelebte Integration und Völkerverbindend beispielhaft sein kann. Erwin Eder

Kommentare sind geschlossen.